Die Kaiserpfalz in Goslar

Zum Verkleinern bitte mit der linken Maustaste auf das Bild klicken
Farbfoto: Das zur Kaiserpfalz gehörende Kaiserhaus in Goslar im August des Jahres 2011. Fotograf: Ralph Ivert.
© Fotograf 2011

Die erste Kaiserpfalz wurde in Goslar in den Jahren 1005 bis 1015 von Kaiser Heinrich II. erbaut.
Unter Konrad II. und Heinrich III. wurde das Kaiserhaus in der Zeit von 1039 bis 1056 vollendet und erhielt sein heutiges Aussehen.
Die Goslarer Kaiserpfalz war damals der größte Profanbau im Reich.
Während des Mittelalers stiegen hier die in ihrem Reich umherziehenden Kaiser ab und hielten Versammlungen ab.
Insgesamt 23 Reichstage wurden hier abgehalten, der letzte 1219.

Hildesheimer in Goslar

Die Auseninadersetzung mit Gästen aus Hildesheim fand in der dem Kaiserhaus gegenüberliegenden Stiftskirche, dem "Goslarer Dom", statt.
Bei dem Streit ging es darum, wer auf einem der begehrten Sitzplätze in der Nähe des Kaisers Platz fand.

"Inmitten des Chors und der psalmodierenden Mönche kommt es zum Handgemenge: man kämpft jetzt nicht mehr nur mit Knütteln,
sondern mit Schwertern. Eine hitzige Schlacht entbrennt, und durch die ganze Kirche hallt statt der Hymnen
und geistlichen Gesänge Anfeuerungsgeschrei und Wehklagen Sterbender.
Auf Gottes Altären werden grausige Opfer abgeschlachtet, durch die Kirche rinnen allenthalben Ströme von Blut,
vergossen nicht wie ehedem durch vorgeschriebenen Religionsbrauch, sondern durch feindliche Grausamkeit.
Der Bischof von Hildesheim hatte einen erhöhten Standort gewonnen und feuerte seine Leute
wie durch ein militärisches Trompetensignal zu tapferem Kampfe an,
und damit sie sich nicht durch die Heiligkeit des Ortes vom Waffengebrauch abschrecken ließen,
hielt er ihnen das Aushängeschild seiner Machtbefugnis und seiner Erlaubnis vor.
Auf beiden Seiten wurden viele verwundet, viele getötet, unter ihnen vornehmlich Reginbodo,
der Fuldaer Bannerträger, und Bero, ein dem Grafen Ekbert besonders treuer Gefolgsmann.
Der König hob zwar währenddessen laut seine Stimme und beschwor die Leute unter Berufung auf die königliche Majestät,
aber er schien tauben Ohren zu predigen.
Auf die Mahnung seines Gefolges, an die Sicherung seines Lebens zu denken und den Kampfplatz zu verlassen,
bahnte er sich schließlich mit Mühe einen Weg durch die dicht zusammengeballte Menge und zog sich in die Kaiserpfalz zurück.
(Lampert von Hersfeld, Annalen)


Den Hildesheimern gelang es schließlich, die Fuldaer aus der Kirche zu drängen.
Diese wiederum belagerten nun die in der Kirche Verbarrikadierten.
Erst der Einbruch der Dunkelheit setzte dem Kampf ein Ende.
(Quelle: Wikipedia)
< zurück
weiter >

www.erwin-hildesheim.de